Freiheit ist - 

rechtfertigt sich nicht

verdammt offen

frivol, friedlich.

 

Pferch' mich nicht ein

lass mich frei

das gibt mir Kraft.

Ich brauch' die Langlaufleine.

 

Freiheit, meine Individualität

entfaltet sich im kreativen Tun

und in einem freien Geist

in einer offenen Welt.

(2018)


Tempus

 

Geliebte Gegenwart,

gehetzt,

viel Vergangenheit,

verhasst, teilweise,

zehntausend Jahre Zukunft,

zusammen, nicht zahm.

(2011)


Sei mutig!

Mach verrückte Dinge!

Lebe nicht heimlich!

(2007)


Wenn ich an dich denke

kann ich nicht denken - 

Meine Gedanken schweben

wie leichte Federn zu dir

an dir vorbei und um dich herum.

(2003)


Gänseblümchen

 

In Grüppchen stehen sie zusammen,

manche neigen die Köpfe zueinander,

als würden sie tuscheln oder sich liebliche Dinge sagen.

Manche von ihnen stehen etwas abseits oder im Schatten, als gehörten sie nicht dazu. 

Manche recken sich, um nichts zu verpassen, und manche drücken sich an Betonmauern, als würden sie lauschen.

Wenn sie sehen könnten, sie wären stille Beobachter, wenn sie hören könnten, wäre manch' Geheimnis verraten.

 

Vielleicht geht abends ein Raunen durch die Schar, bevor sie ruhen?

(2006)


Sehnsucht

 

Tief durchatmen.

Sehnsucht herunterschlucken.

Verlangen - 

Am Besten vergessen.

Schweigen und Reden zugleich.

Die Augen sprechen Bände.

Verliebt in eine Seele.

Wache Tag und Nacht.

Es regnet.

(2005)


Der Gedanke ist frei.

 

Und doch lebt er im Gefängnis der Erinnerung.

(2000)


Evolution!

 

Sehen, riechen, hören, schmecken,

sich in den Bäumen verstecken.

Von Baum zu Baum hangeln,

durch Zeit und Raum.

 

Fühlen, lieben, wärmen, frieren,

die Höhle mit Bildern verzieren.

Durch die Kontinente wandern,

durch Zeit und Raum.

 

Aufstehen, entwickeln, erproben, denken,

das Leben selbst lenken.

Erfinden, fortschrittlich leben,

in Zeit und Raum.

 

Erforschen, glauben, wissen, fragen,

Ungesundes kommt in den Magen.

Verleugnen, vermeiden, unbewusst leben,

in Zeit und Raum.

(2005)


Wild schäumend trieft es dahin,

das Nass ins Blau.

Kräuselnd scheint der Wind zu toben - 

schaukelnd, hoch und nieder, 

wie eine Wiege.

Das Segel bläht, der Mast knarrt.

Am Horizont türmt sich der Abend.

(2004)


Ich stehe am Flughafen,

warte und denke an dich.

Du aber bist auf einer weiten Reise.

Der Himmel ist schwarz über mir.

Du wirst nie wieder meine Hand halten und mir sagen, dass du mich liebst.

Ich lebe hier, 

doch meine Seele, die ist bei dir.

(2002)


Der Jahreskreislauf

 

Der Winter kam weiß übers Feld

In Eiskristallen lag die Welt.

Verschneit bis an den höchsten Gipfel

Zuckerhüte trugen alsbald die Wipfel.

 

Das Eis zerronn in kleine Tropfen

An den Sträuchern blüht der Hopfen.

Frisches Grün kriecht hier und da

Mittendrin, das Vogelpaar.

 

Rund und hell die Sonne strahlt

der Mensch sich oft am Strande aalt.

Genieß' die Zeit! rief einer eins;

Es wird nicht bleiben, wie du meinst!

 

Alsbald der Sturm die Blätter fegt,

die Katz' sich kaum vom Ofen regt.

Baumkronen sind ein Farbenmeer;

bald kommt der Winter wieder daher.

(2001)

Vegetations-Poaceaesie

 

O' du mein Mädesüß,

mein bittersüßer Nachtschatten!

Eben noch träumte ich von Dir,

unten am Brunnen, beim güld'nen Froschlöffel - 

und jetzt erscheinst Du mir in dunkler Nacht und reichst mir den Schierling -

oder bist Du bloß ein Irrlicht, die den Fieberklee über mich bringt?

(2017)


Nachtvogel

 

Dunkle Schwingen über der Stadt,

verdrängen zirkulär das Licht,

schirmen Dächer und Straßen ab.

Ersticken Geräusche,

krallen Lärm und Hast.

Halten fest, machen Rast.

(2009)


In den Worten suche ich den Sinn.

Es ist mir zuwider.

Gespräche über das Wetter.

 

Ich wünsche mir ein Gespräch,

zwischen mir und dir.

Ein Dialog der Seelen.

Kein Gedankenmonolog.

(2005)


Die lang Ersehnte

 

Erwartungsvolle Stille.

Ein weißen Laken spannt sich.

Rundliche Konturen wachsen.

Sie wird rot!

Auch sie fühlt sich an wie Haut,

ganz natürlich.

Weich ist sie, und flauschig.

Hin- und hergerissen wartet sie auf den richtigen Moment:

Ist es warm genug?

Dann, sie scheint sich zu öffnen,

langsam, hingebungsvoll.

Seidenweich schimmert ihre Farbe,

will ihre volle Pracht entfalten - 

vor mir!

Wunderschön ist sie, voll von betörendem Duft.

Atemlos bin ich: 

Die erste Blüte bahnt sich den Weg durch den Schnee!

(2008)

 


Der Wind neigt die Zweiglein leicht

Es ist ein zarter, lieblicher Hauch.

Ein Wassertropfen rinnt durch ein Blatt,

wie ein erfrischender Kuss.

Die feinen Grashalme unten am Stamm,

eine herzliche Berührung zweier.

Verträumte Natur, innig verliebt.

(2003)


Ein Kreis lag auf einem karierten Papier.

Er stellt sich auf und hat Volumen.

Nun kann er über die Kästchen kugeln.

(2004)


Untermieter

 

Eines Tages klopfte es an.

An mein Herz.

Ich hatte noch eine Kammer frei.

Doch ich musste feststellen,

der Neue kam nicht allein.

Doch er zog ein, in mein Herz.

Kündigungen meinerseits blieben erfolglos.

Und so wohnt er noch heute dort.

Ganz nah bei mir,

und doch unerreichbar.

(2005)


Die Reise eines jeden

 

Ein Flug in eine unbekannte Welt.

Ein Flug in die Tiefe und die Höhe.

Ein Flügelstreif zwischen hell und dunkel.

Ein Flügelschlag - 

zurück und vor in Raum und Zeit.

(2001)


Ich möchte an dir ruhen,

in dir ruhen, mit dir zusammen sein.

Deine Locken locken mich,

Gedanken nur an dich.

 

Möchte an dir sein, im Alltag.

Wie eine Hose.

(2007)


Einfach gehen

aufbrechen 

verlassen.

Jemanden vermissen

lieben 

verehren.

Einfach der Stimme folgen

mutig sein

neue Wege gehen.

Einfach gehen

aufbrechen

verlassen.

(2003)


Wir könnten auf dem Mondschein tanzen

Das Sonnenlicht fangen

Die Energie bündeln.

 

Doch wir machen nur Gedankensprünge

in einem Ozean der Vergangenheit.

 

Und die Wogen der Erinnerung

Raunen und Rauschen.

(2000)


Winterimpression

 

Das stille Weiß dringt tief ins Tal.

Leise wird der Mond zur Sichel.

Kein Laut dringt in mein Ohr.

Der Tannenwald schaut zu,

wie Flocken ihn umhüllen.

(2004)

Die Anziehungskraft zweier Menschen

Zwischenmenschlich

nicht wie Magnete

nicht synchron

Eher sonderbar.

 

Sonderbar,

wenn du mir so gleich bist,

du meinesgleichen scheinst,

von meiner Gattung bist,

derselben Art?

(2018)


Wenn ich dich vermisse,

sehe ich dein Gesicht in den Wolken und im Wind, deine Stimme raunt, wie der Wind durch einen Wald, in mein Ohr.

 

Meine Gefühle zu dir sind wie Ebbe und Flut, nur meistens Flut, immer Flut und hohe Wellen.

(2005)


Du

 

Ich träume von Dir

Wir ziehen durch die Nacht

Für immer und gemeinsam

Verschwinden wir am Horizont.

 

Ich suche nach Dir

Beleuchte schattige Gassen

Du bist nicht da

Du bist bei den Sternen.

 

Ich fürchte, dass wir uns niemals

Auf irgendeiner Straße begegnen werden.

Denn Du bist der Mond

Und ich bin die Sonne.

(2003)


An meine Liebste

 

Venedig, du mein Traum der Sommernacht,

Mit leisem Flügelschlag du streifst durch meines Herzens Gassen.

Ich seh hinaus, du schaust zurück

Willst mit mir teilen dein Glück.

 

Durch Gassen zieht mich dein Geruch,

dein Duft der tausend Klänge.

Die Zeit steht still, und doch verrinnt sie,

seit meinem Besuch bei dir.

 

Nie werd' ich dich vergessen,

doch stets immer vermissen.

(2005)

 


Offenbarung

 

Meine Gedanken hängen an Dir

wie der Tau auf dem Gras.

Du weißt ja nicht, 

wie sehr ich Dich mag.

Wenn ich nur Kraft hätte,

es Dir zu sagen.

Doch ich warte, 

bis der Sonnenstrahl den Tropfen trocknet.

Dann wird es zu spät sein,

und mein Herz mich quälen.

(2001)


Schafherde im Regen

 

Struppiges Nass

Der Himmel, grau

Feuchtblitzende Augen

Schwankende Beine

Wollige Natur

Horizontweites Weiß

Drängend, dicht.

Regenschirm bei mir.

Aufspannen und davongehen.

(2012)


Einsamer Streif am Horizont

Führst meine Seele.

Ich balanciere auf dem Lichtstrahl.

Trockne meine Träne.

Seelenheil.

(2001)


Spaziergang

 

Der Regen peitscht mir ins Gesicht.

Klamm, feucht, 

morastig ist der Feldweg.

Schaurig dunkler Wald.

Dann glaubte ich zu träumen:

Da strahlt es hell am Wegesrand.

Ach. Es ist nur Raps.

Nur Raps, kein Sonnenschein.

(2003)


Dem Reimen erlegen

der Vers ist ein Segen

es geht dem Ende entgegen

das Gedicht ist verwegen.

(2005)


Wenn Du ein Engel bist,

habe ich Dich soeben ertappt.

Deine Anwesenheit macht sorgenfrei.

Dein Lachen ist himmlischer Klang.

Deine Augen zeigen mir reine Tiefe.

Die dich umgebene Atmosphäre besteht aus Freundschaft und Liebe.

In Deiner Anwesenheit spüre ich Deine Gedanken, die meine werden.

Doch ich verrate Dich nicht;

Du bist mein ganz persönlicher Engel.

(2001)


Ganz leise lausche ich der Musik. Die Musik erfüllt den Raum und mich. Ganz still entfacht sie, wie das Flackern einer Kerze im Wind, ihre Schönheit, ihre unendliche Schönheit, in meinen Ohren. Die leidenschaftliche Melodie voller Gefühl und Sehnsucht brennt in meinen Augen und in der Nase. Ich versuche still zu werden, frei von Gedanken, die hier und da etwas raunen. Fortgetrieben werde sie von den Tönen, bis auch innen nur noch Töne hallen. 

Diese Geigen, mal auf und ab, leise und laut, mal romantisch verspielt oder traurig, betrübt, lustig, fröhlich, springend. Das Orchester steht vor mir, der prächtige Ballsaal, am Hofe, alles fein herausgeputzt, kokette Damen in pompösen Kleidern mit edlen Herren an den Seiten, schwingend über die Tanzfläche. Der Saal glänzt golden, Kerzenleuchter überall.

(2005)


Vollmond-Fantasie

 

Während ich schlafe

küsst der Vollmond die Erde mit sanftem Licht.

Nachthemdartig ümhüllt von ihm schlummert die Natur einen tiefen Traum.

Wie ein seidenes Tuch bedeckt die Feuchte der Nachtluft die Gräser-

Bizarr wirft der Wald seine Schatten, und müdes Rascheln verhallt.

Stille.

Rhythmisches Leben der Natur wird erneuernder Schlaf. Geborgen im Grün sprießen Knospen, schlagen Wurzeln;

doch, nicht jetzt, nicht nachts,

schlaft sanft, mit Vollmondküssen bedeckt; schlaft jetzt und bald erwacht.

(2008)